Lektion 13: QR-Codes – Einsatz in Bibliotheken


QR CodeIn der heutigen Lektion widmen wir uns den Quick Response Codes, Sie werden Sie wahrscheinlich eher unter ihrem Kurznamen QR-Codes kennen. Die meistens schwarz-weißen-Pixelbilder haben Sie bestimmt schon häufig gesehen, verwenden Sie vielleicht sogar selbst. Haben Sie schon selbst welche erstellt? Wussten Sie, dass man nicht nur URLs sondern auch Texte, Visitenkarteninhalte oder Telefonnummern in diesen Bildern codieren kann? Mittlerweile können QR-Codes auch farbig und in ungewöhnlichen Designs erstellt werden.

Was ist ein QR-Code?

Beim QR-Code handelt es sich um eine 2-dimensionale Darstellung eines beliebigen Textes in binärer Darstellung, d.h. nur mit Einsen und Nullen. An bestimmten Stellen der Pixelmatrix sind Metainformationen codiert, die Informationen darüber enthalten um welche Version und welche Art von Code es sich handelt.

1024px-QR_Code_Struktur_Beispiel.svg

QR-Code-Struktur, Bild lizensiert unter CC3.0: by-sa
Original: Richard Wheeler (Zephyris)
Deutsche Fassung: Thomas Kurpjuweit. Tom Knox at de.wikipedia

Durch die eingebaute Fehlerkorrektur und die binäre Darstellung ist der Code sehr gut maschinenlesbar. Und damit ein einfaches Mittel, Dinge aus der realen Welt mit der Online-Welt zu verknüpfen. Sie können damit ganz einfach Internetadressen, GEO-Daten, Visitenkarteninformationen auf Ihr Smartphone übertragen. Dies kann sehr praktisch sein, birgt jedoch auch Gefahren. Denn man weiß nie, was sich hinter dem Code versteckt. Es könnten zum Beispiel überklebte QR-Codes auf Werbeflächen, nicht wie gedacht zum Produkt führen, sondern auf eine Webseite, welche Schadsoftware enthält.  Zu dieser Thematik hat die Stiftung Warentest einen Beitrag verfasst, in dem aufgelistet wird, worauf man achten kann. Zusätzlich ist es sinnvoll, einen QR-Code-Scanner auf dem Smartphone oder Tablett-PC zu haben, der nicht blind den gescannten Link öffnet sondern die Adresse vorher anzeigt oder gar überprüft.

QR-Code in der Bibliothek

qrcode

Variationen erlaubt. Vor dem Einsatz Testen nicht vergessen!

Gerade in der Bibliothek gibt es viele Möglichkeiten, in denen QR-Codes zum Einsatz kommen können. Neben klassischem Marketing, bei dem Links zur Bibliothekswebseite oder zu Veranstaltungsinformationen übergeben werden, eignen sich die Codes auch um physische und virtuelle Exemplare eines Werkes zu verknüpfen. Oder um virtuelle Bestände in der Bibliothek zu präsentieren. Viola Voß hat 2011 einen Beitrag zum Einsatz von QR-Codes im bibliothekarischen Bereich erstellt. In der Bibliothek Mannheim wurden QR Codes im „Lyrik für alle – Wettbewerb“ genutzt.

Entdeckungsaufgaben

  1. Erstellen Sie einen QR-Code von Ihrem Blog bzw. Ihrer Blogadresse (Eine Liste von Online-Generatoren finden Sie weiter unten).
  2. Entdecken Sie, was sich hinter folgenden QR-Codes versteckt. Nutzen Sie hierfür zuerst das Online-Tool ZXing Decoder Online. Kopieren Sie dazu die Bild-URL: mit der rechten Maustaste auf das Bild klicken, dann „Grafikadresse kopieren“ auswählen. Die kopierte Bild-URL geben Sie im Decoder in das Textfeld hinter „Enter an image URL:“ ein. Anschließend mit „Daten absenden“ bestätigen. Natürlich können Sie die Codes auch gerne mit dem Scanner Ihres Smartphones/Tablet-PCs testen.
  1. Lassen Sie sich von Flickriver „QR-Codes in the wild“ inspirieren, wo man die Codes noch so unterbringen kann.
  2. Bloggen Sie über Ihre Erfahrungen, Ideen zum Thema.

QR-Code-Scanner

  • Norton Snap QR Reader: kostenloser QR-Code-Scanner der Computersicherheitsfirma Symantec. Überprüft nach dem Scan des QR-Codes, ob der Link in der firmeneigenen Schad-Datenbank als gefährlich gelistet ist. Kommt auch mit Geo-Codes, Kalendereinträgen und anderen Formaten zurecht. [Google Playstore, iTunes App-Store]
  • Bei Android-Smartphones häufig vorinstalliert ist Google Goggles. Dieses Werkzeug ist mächtiger als ein einfacher Code-Reader und demonstriert eindrucksvoll, wohin die Reise geht. Mit immer besseren Suchalgorithmen erfassen die Rechner inzwischen viel komplexere Inhalte.
  • Bei iPhone-Geräten gibt es eine Menge von Barcode-Scannern, die auch mit QR-Codes umgehen können. Leistungsfähige Reader sind z.B. der i-nigma Scanner oder der ZBar bar code reader.

QR-Code-Generatoren

  • QR-Code-Generator Generator der Karlsruher Firma SYN Systems GmbH, der 9 verschiedene QR-Code-Formate unterstützt.
  • Custom QR code Generator von Unitag bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten des Codes. Damit kann man unter anderem ein Logo einbinden und die eckigen Pixel abrunden oder anderweitig variieren.
  • QArt Coder – QR-Code mit eingebautem Bild erstellen
  • QR Code® Generator by Delivr, englischer Generator, mit dem ebenfalls eine Reihe an Code-Typen erstellt werden können, kostenlose Registrierung notwendig.

Optionale(!) weiterführende Informationsquellen

Wenn Sie noch ein bisschen Lust haben, in der Welt der QR-Codes zu stöbern, hier noch ein paar weitere Links.

(Dieser Beitrag ist ein Remix aus Lektion 13 des Kurses Netz Erfahren.)

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Lektion 12: Buntes Schreiben in Echtzeit


In Lektion 11 haben wir Ihnen die „großen Officepakete“ im Web vorgestellt und auf Vorteile und Probleme hingewiesen. Welchen Dienst können Sie jedoch verwenden, wenn Sie schnell, unkompliziert und vor allem ohne große Anmeldeprozedur gemeinsam mit Kollegen in anderen Teilen der Republik oder der Welt gemeinsam einen Text erstellen möchten? Oder, wenn Sie auf einer Konferenz sitzen und Nichtteilnehmern die interessantesten Punkte mitteilen möchten, z.B. in Form eines Echtzeitprotokolls, Twitter jedoch einfach nicht genug Zeichen bietet?

Ein Etherpad ist die schnelle, schlanke Alternative zu Google Drive oder SkyDrive von Microsoft. Das Tool ist stärker auf Echtzeit-Kollaboration ausgerichtet und bietet daher nur die grundlegenden Formatierungsmöglichkeiten. Der Text kann fett, kursiv, unterstrichen, durchgestrichen formatiert werden. Er kann eingerückt oder in ungeordnete Listen (Bullet-Listen) gesammelt werden. Bilder, Tabellen oder andere Funktionen, die Sie aus Textverarbeitungsprogrammen kennen, gibt es nicht. Die Software selbst ist frei verfügbar, so dass es viele verschiedene Anbieter von Etherpads gibt. Dies führt dazu, dass es in manchen Etherpads ein paar mehr Möglichkeiten der Formatierung gibt, wenn der jeweilige Anbieter seine Installation mit Plugins erweitert hat.

Bunte Echtzeitkollaboration

Der große Vorteil der (Ether)Pads ist, dass sie ohne Registrierung angelegt werden können. Wählen Sie einen Anbieter ihrer Wahl, erstellen Sie ein neues Pad und senden Sie den Link den Kollegen, mit denen Sie gemeinsam schreiben möchten. Schon kann’s losgehen.

Etherpad des Online-Kurses Netzerfahren

Etherpad des Online-Kurses Netzerfahren

Neben dem Phänomen des Verschwindens von Webdiensten von heute auf morgen kann es bei Etherpads passieren, dass Anbieter inaktive Etherpads bereits nach einem recht kurzen Zeitraum löschen! Informationen dazu finden sich eher selten. Darum ist der Export der im Pad erstellen Inhalte sowohl zum Zeitpunkt wichtiger Zwischenergebnisse und erst recht wenn das Projekt zum Stillstand kommt oder abgeschlossen wurde, wichtig!

Die Team Site

Bei manchen Anbietern haben Sie die Möglichkeit, eine „Team site“ anzulegen. Dahinter verbirgt sich die Erstellung eines Administratoraccounts mit welchem Sie Etherpads erstellen und verwalten können. Zur Verwaltung gehört es, Pads für geschlossene Gruppen anzulegen. Dies geht sowohl über Einzelaccounts für Nutzer als auch mittels Passwort.

Entdeckungsquellen

Suchen Sie sich die Quellen aus, die sich für Sie interessant anhören.

Entdeckungsaufgabe

  • Wir haben da natürlich etwas für Sie vorbereitet… in dem Etherpad können Sie nachlesen was Sie mit dem Werkzeug alles machen können.
  • Exportieren Sie den Inhalt des Pads und schauen Sie sich an, wie die exportierte Variante aussieht.
  • Schalten Sie die farbliche Unterlegung von unterschiedlichen Autoren ab und wieder an.
  • Tragen Sie Ihren Spitznamen für die Chat-/Autorenfunktion ein und suchen Sie sich eine Farbe aus, mit der Ihr Text unterlegt werden soll.
  • Es werden Einsatzszenarien für dieses Werkzeug gesucht. Was fällt Ihnen dazu so ein? Schreiben Sie es auf 😉
  • Legen Sie ein eigenes Etherpad an und spielen Sie damit herum. Sie können z.B. ein bereits bestehendes Dokument importieren. Oder es direkt verwenden um mit Kollegen die Bücherliste für die nächste Ausstellung zu erstellen ;).
  • Und wir sind natürlich neugierig: Berichten Sie uns ins Ihrem Blog von Ihren Erfahrungen!

Ein paar Etherpad-Anbieter

Etherpad-Anbieter gibt es viele im Netz. Spielen Hier eine kleine Auswahl:

Etherpad mit williger hauseigener IT

Wie bereits oben erwähnt, die Software hinter Etherpad ist Open Source und kann frei verwendet werden. Es besteht somit auch die Möglichkeit einen eigenen Etherpad-Dienst aufzusetzen. Dafür benötigt man allerdings etwas mehr: einen Webserver und jemanden, der sich damit auskennt und bereit ist (die Zeit hat), den hauseigenen Etherpad-Server aufzusetzen. Dann hätte man auch die Möglichkeit, eines der vielleicht nützlichen Plugins einzubauen. Darüber nachzudenken kann unter Umständen dann Sinn machen, wenn das Tool vermehrt für Schulungen, E-Learning-Szenarien und ähnliches eingesetzt werden soll und das Problem „Und auf einmal war der Service nicht mehr da“ nicht auftreten soll.

(Dieser Beitrag ist ein Remix aus Lektion 11 des Kurses Netz Erfahren.)

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Kleine Pause


Da die Blogbeiträge der meisten Teilnehmer darauf hindeuten, dass sie noch nicht bei Lektion 11 angekommen sind, wird in dieser Woche eine kleine Pause eingelegt.

Das sollte allen die Möglichkeit geben etwas aufzuholen und sich nicht ganz so gestresst zu fühlen, denn der Kurs soll Ihnen ja auch Spaß machen. Die Pause bietet sicher auch eine gute Gelegenheit die Blogs der anderen Teilnehmer unter die Lupe zu nehmen und vielleicht auch den einen oder anderen Kommentar zu schreiben.

Winter 2013

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Lektion 11: Mein Büro im Netz


Online-Anwendung – oder neudeutsch Web-App – ist ein schwammiger Begriff, der Übergang zwischen installierten Desktop-Programmen und im Internet liegenden Anwendungen ist  fließend. Mit dem Einzug von Smartphones und Tablets erfuhr die Bedeutung dieser Programme einen weiteren Schub. Mobile Endgeräte verfügen über begrenzten Festplattenspeicher, bieten aber quasi ständig verfügbares Internet. Online-Anwendungen können in diesem Fall sehr hilfreich sein. Wo früher das Programm auf dem Rechner installiert werden musste, benötigt man heute nur einen Account bei der passenden Online-Anwendung.

Kleine Vorgeschichte

Die Verfügbarkeit und Nutzung web-basierter Online-Anwendungen ist in den vergangenen Jahren geradezu explodiert – aus guten Gründen! Diese leistungsfähigen Anwendungen erlauben es dem Nutzer – ohne Installation auf dem jeweiligen PC-Arbeitsplatz – Dokumente über das Internet allein oder gleichzeitig mit anderen Nutzern zu erstellen und/oder zu teilen. Der Zugriff von “überall” auf Dokumente, kreative Produkte oder Arbeitsmaterialien ist genauso ein Argument, wie die Möglichkeit effizient mit anderen zusammen zu arbeiten, ohne unterschiedliche Dokumentversionen austauschen zu müssen. Inzwischen wandern komplette Infrastrukturen ins Netz, Cloud Computing – so der Überbegriff dieses Bereichs – macht’s möglich.

Vorteile

Ein großer Vorteil web-basierter Anwendungen ist, dass Sie sich keine Gedanken über unterschiedliche Software-Versionen und Dateitypen beim Mailversand oder beim Wechsel des PC Gedanken machen müssen. Darüber hinaus vereinfachen sie die Zusammenarbeit. Viele Nutzer können dieselbe Datei bearbeiten und dabei die unterschiedlichen Versionen sichern. Es ist ebenso möglich Dokumente als unterschiedliche Dateitypen zu speichern und umzuwandeln (einschließlich HTML und PDF).

 Office im Web: Google Drive

Das bekannteste, wenn auch nicht das erste Werkzeug dieser Art ist Google Drive. Mit diesem Anwendungspaket versucht Google, den herkömmlichen Office-Anwendungen wie Microsoft Office und OpenOffice.org Konkurrenz zu machen. Momentan werden kostenlose Dienste zum Erstellen und Bearbeiten von Präsentationen, Tabellen und Texten angeboten. Wie bei fast allen Google-Diensten braucht man auch hier einen Google-Account, um diesen Dienst nutzen zu können. Wie Sie dort einen Account einrichten, Texte erstellen und teilen usw. können Sie auf dieser Google-Hilfeseite erfahren.

Alternativen zu Google Drive

  • Jeder Besitzer einer E-Mail-Adresse von Microsoft (z.B. Hotmail oder Live.com) kann kostenlos auf SkyDrive Word-, Excel-, PowerPoint-, OneNote-Dokumente erstellen.
  • Zoho ist ein umfassendes Office-Paket, bietet aber auch noch mehr.
  • ThinkFree, Office-Anwendungen mit Schwerpunkt auf Textverarbeitung

Bildbearbeitung

Photoshop im Netz? Nicht ganz, aber zumindest einen kleinen Ausschnitt bekommt man vom Photoshop-Anbieter Adobe auf der Seite Photoshop Express. Sie erinnern sich an das Bild aus Lektion 3? Dieses wurde mit Pixlr Express erstellt. Ebenfalls gute Ergebnisse können Sie mit Pixenate erreichen.

Die Künstlercommunity DeviantART stellt mit Ihrem Zeichenprogramm muro eine leistungsfähige Online-Applikation zur Verfügung.

Eine Liste mit weiteren web-basierten Bildbearbeitungsprogrammen finden Sie bei Ntt.cc.

Und sonst so?

Mit der Bildbearbeitung ist das Ende der Fahnenstange längst noch nicht erreicht. Sogar Videobearbeitung ist möglich, wie z.B. hier bei Stupeflix oder auch Animoto.

Die Kehrseite der Medaille

Online-Anwendungen haben nicht nur Vorteile. Die wichtigsten Argumente dagegen sollten auf keinen Fall verschwiegen werden:

  • Datenschutz. Geheime Daten sollen auch geheim bleiben. Man sollte sich daher immer bewusst sein, das man für die Benutzung von Online-Anwendungen immer Netzwerke benötigt, die prinzipiell abgehört werden können. Auch Personendaten und sensible Firmeninterna gehören nicht unbedingt in solch eine Online-Anwendung. Manche Firma sieht das anders.
  • Datensicherheit. Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen, dass Googles Serverfarmen morgen abbrennen und sich die Backups anschließend als untauglich erweisen. Ob das Risiko größer ist als bei der zuhause hoffentlich vorhandenen Datensicherungsstrategie? Das muss jeder für sich entscheiden.
  • Das Kleingedruckte. Photoshop Express machte anfangs nicht nur durch seine beeindruckenden Möglichkeiten auf sich aufmerksam, sondern auch durch eine Klausel in den AGB, die Adobe weitreichende Rechte an den bearbeiteten Bildern überschrieb. Adobe machte zwar schnell einen Rückzieher. Man sollte jedoch mindestens die FAQ eines Angebots nach Fallstricken durchsuchen.

Drum prüfe, wer was online findet!

Entdeckungsressourcen:

Aufgaben:

  • Probieren Sie einen oder mehrere der vorgestellten Dienste aus.
  • Schreiben Sie einen Blogbeitrag und teilen Sie uns Ihre Gedanken und Erfahrungen mit.

(Dieser Beitrag ist ein Remix aus Lektion 11 des Kurses Netz Erfahren.)

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Lektion 10: LibraryThing – Konkurrenz für Bibliothekswesen?


Screenshot Startseite LibraryThing for Libraries

Screenshot Startseite LibraryThing for Libraries

LibraryThing ist ein von Tim Spalding entwickelter Dienst, der ursprünglich nur für ihn selbst zur Katalogisierung seiner Bücher gedacht war. Dieser webbasierte Dienst (es muss also nichts auf dem eigenen Rechner installiert werden) startete 2005 und entwickelte sich ziemlich schnell zu einem durchschlagenden Erfolg. Nicht nur „normale“ Menschen nutzen LibraryThing, auch einige Bibliotheken organisieren dort ihre Bücher. LibraryThing sieht sich als online Bücherverwaltung und soziales Netzwerk für Buchliebhaber. Wie bei den anderen Diensten, die Sie bisher in diesem Kurs kennengelernt haben, geht es also auch hier ums teilen und vernetzen. Bücher von anderen Nutzern können mit einem Mausklick in die eigene Bibliothek aufgenommen werden, die Inhaltserschließung erfolgt durch Tags (Schlagworte), es entstehen Gruppen von Nutzern mit gemeinsamen Interessen. Selbstverständlich kann man sich per RSS über Neuigkeiten, Benutzer und ähnliches informieren lassen. Als diese Lektion im Kurs Netzerfahren veröffentlich wurde (das war am 15.04.2013) hatten 1,666,202 Mitglieder 81,041,547 Bücher katalogisiert. Heute sind es bereits 1,774,173 Mitglieder und 87,223,983 katalogisierte Bücher. Der Dienst verzeichnet also weiterhin einen regen Zulauf.

LibraryThing for Libraries (LTfL)

LibraryThing hat auch das Interesse einiger Bibliotheken geweckt. Die Stadtbücherei Nordenham stellt zum Beispiel die Neuerwerbungen im Erwachsenenbestand dort ein. Um auf die speziellen Anforderungen für Bibliotheken eingehen zu können, entwickelte Tim Spalding 2007 LibraryThings for Libraries. Die „sozialen Funktionen“ des Systems werden in den Katalogen einiger öffentlicher Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen genutzt. Auf Initiative des Dezernates 48 Öffentliche Bibliotheken bei der Bezirksregierung Düsseldorf haben sich 25 Bibliotheken in NRW zusammengeschlossen, um ihren Nutzern diesen neuen Katalogservice zu bieten. Auch die Büchereizentrale wollte mit den Bibliotheken in Niedersachsen ein LibrayThing Konsortium gründen. Dies kam leider nicht zustande.

Entdeckungsressourcen:

  • Schauen Sie sich die Website LibraryThing an und stöbern sie ein bisschen. Sie können sich den Rundgang ansehen und darüber die unterschiedlichen Funktionen kennenlernen. Die Seite Zeitgeist listet viele Statistiken rund um LibrayThing auf.
  • Lesen Sie den kurzen, aber informativen Artikel von Jakob Voss: LibraryThing – Web 2.0 für Literaturfreunde und Bibliotheken
  • Betrachen Sie den Account der Stadtbücherei Nordenham etwas genauer.
  • Gruppen (Buchclubs etc.) gibt es natürlich auch. Schauen Sie sich z.B. die Gruppe Librarians who LibraryThing an, dort tauschen sich über 9000 BibliothekarInnen bzw. Interessierte aus. 😉
  • Schauen Sie sich z.B. diesen Titel an und achten auf die Tagcloud (Schlagwortwolke). Nun betrachten Sie die Details des Titels, anders als bei Bibliothekskatalogen stehen auf der Hauptseite keine bibliographischen Angaben, vorhanden sind sie aber natürlich.
  • Haben Sie irgendwo RSS-Icons finden können?
  • Wenn Sie Lust haben, können Sie sich auch einmal ansehen, was zu Ihrem Wohnort an „literarischen Ereignissen oder Orten“ verzeichnet ist. Als Beispiel der Link für Lüneburg.
  • Suchen Sie im Katalog der Stadtbibliothek Gütersloh, eine der LTfL Projektbibliotheken aus NRW, ein Buch und schauen Sie, wie die Inhalte (Rezensionen, Tags, Empfehlungen) von LTfL dort angezeigt werden.
  • Schreiben Sie einen Blogbeitrag und teilen Sie uns Ihre Gedanken zu LibraryThing und LibrayThing for Libraries mit.

Freiwillige Aufgaben:

  • Legen Sie sich einen Account bei LibraryThing an.
  • „Katalogisieren“ Sie einige Titel, am besten Belletristik. Fachliteratur ist natürlich auch vorhanden, allerdings sieht man bei Titeln, die viele Nutzer im Bestand haben, die (gemeinsame) inhaltliche Erschließung am besten. Keine Angst, es geht wesentlich schneller als Sie es aus der Berufspraxis gewohnt sind! 😉
  • Je nach Titel wählen Sie zur Fremddatenübernahme die passende Datenbank (z.B. Amazon, den GBV oder auch Library of Congress). Sie können auch Bücherlisten importieren.

(Dieser Beitrag ist ein Remix aus Lektion 07 des Kurses Netz Erfahren.)

Beispiel zum Kommentar von Hannatucher:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

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Lektion 9: Tagging und Social Bookmarking


Die Worte „Tag“ oder „Tagging“ sind Ihnen in den vergangenen Lektionen bereits das eine oder andere Mal begegnet. Tagging ist eine offene und informelle Methode, mit der Nutzer Webinhalte (Webseiten, Bilder, Weblogeinträge) durch Schlagwörter miteinander verknüpfen können. Während die bibliothekarische Verschlagwortung strengen Regeln unterworfen ist (z.B. RSWK, Library of Congress Subject Headings), erfolgt Tagging vollkommen unstrukturiert und formfrei. Dadurch können Nutzer beliebige Beziehungen zwischen unterschiedlichen Daten und Objekten herstellen.

Während die oben genannten Regeln für BibliothekarInnen oft sehr wichtig sind, interessiert sich der Nutzer meist nicht so sehr für Systematiken und nutzt in den Katalogen oft nur Stichworte zur Suche. In den letzten Lektionen haben wir bereits einige Seiten kennengelernt, die das Tagging erlauben. Und auch für Ihre Blogbeiträge haben Sie vielleicht schon Tags vergeben. In einigen Lektionen wurde ein gemeinsames Tag (18Dinge) benutzt, um z.B. Fotos zusammenzuführen, die getrennt voneinander hochgeladen wurden. Zusätzlich zum Tagging in Blogs, wollen wir uns diese Woche dem Thema Social Bookmarks („Soziale Lesezeichen“) widmen.

Trotz Übernahmen und damit einhergehenden Problemen sowie Nutzerschwund ist der „größte“ Dienst im Netz vermutlich noch Delicious. Alternative Angebote sind z.B. Diigo oder Pinboard. Besonders erwähnenswert für die deutsche Wissenschaftsszene sind der von dem Fachgebiet Wissensverarbeitung der Universität Kassel entwickelte Social-Bookmarking Dienst Bibsonomy und auch edutags des Deutschen Bildungsservers.

Alle Dienste haben gemeinsam, dass es sich bei Ihnen um Social-Bookmarking-Manager zum Speichern von Lesezeichen und zur Kategorisierung der Lesezeichen mit Hilfe von Tags und Listen handelt. Viele Nutzer sehen die eigentliche Stärke von diesen Diensten jedoch in dem sozialen und netzwerkartigen Charakter: einzelne Nutzer können sehen, mit welchen Tags andere Nutzer ähnliche Links versehen haben und dadurch neue, interessante Webseiten entdecken. Sie können bei den meisten Diensten aber auch die Einstellungen so anpassen, dass die Bookmarks kein anderer zu sehen bekommt, allerdings würde das den Wert stark einschränken, wie Sie hoffentlich merken werden. In der heutigen Entdeckungsaufgabe schauen Sie sich die Dienste an und lernen mehr über soziale Lesezeichen-Manager.

Entdeckungsressourcen:

Schauen Sie sich das Video Social Bookmarking in Plain English an. Das Video erklärt Social Bookmarking am Beispiel Delicious. Das Original ist zwar in englischer Sprache, aber leicht zu verstehen. Eine Version mit deutschen Untertiteln gibt es auch, zum Beispiel auf der Seite der Bibliothek der FH Hannover.

Der Social Bookmarking Dienst Diigo, bietet Ihnen noch weitere Funktionen. Sie können z.B. öffentliche oder private Notizzettel anbringen und relevante Textstellen farbig markieren.

Lektion 9 Diigo Funktionen

Lektion 9 Diigo Funktionen

Die markierten Textteile können Sie mit anderen Diigo-Nutzern oder per Mail bzw. sozialer Netzwerke mit andern Menschen teilen.

Lektion 9 Diigo Anzeige Textstellen

Lektion 9 Diigo Anzeige Textstellen

Auf folgender Internetseite finden Sie einige Videos und Anleitungen.

Sie können Ihre Bookmarks natürlich auch als RSS-Feed abonnieren. Bei Diigo sogar getrennt nach einzelnen Tags oder Listen. So stellen wir z.B. per RSS-Feed abonniert die aktuell abgelegten Bookmarks mit den Tags „E-Book“ und „Statistiken“ im Wiki des Onleiheverbundes NBib24 dar.

Lektion 9 Bookmarks als RSS im Wiki

Lektion 9 Bookmarks als RSS im Wiki

Bookmarks können Sie auch mit Ihrem Blog verbinden. Hier sehen Sie z.B. die Anzeige der letzten 3 abgespeicherten Bookmarks im Blog der Büchereizentrale. Dies wird mit einem Widget umgesetzt.

Lektion 9 Bookmarks im Blog

Lektion 9 Bookmarks im Blog

Aufgabe:

Schreiben Sie einen Weblogeintrag über Ihre Erfahrungen und Gedanken. Können Sie sich Bookmarks als Angebot für Ihre Bibliotheksnutzer vorstellen? Welche Inhalte könnten Sie zusammenstellen? Könnte es sinnvoll sein zusammen mit den Nutzern Bookmarks abzulegen? Oder einfach nur als Möglichkeit, Lesezeichen problemlos zu speichern und von überall abzurufen? Werden Bookmarks überhaupt benötigt? Schließlich gibt es doch zahlreiche Suchmaschinen und soziale Netzwerke?

Optional, aber empfehlenswert:

Richten Sie sich bei einem der Dienste einen eigenen Account ein und erkunden Sie, wie dieser Social Bookmark-Manager die traditionelle Lesezeichen-Liste ersetzen könnte.

Entdeckungshilfen:

Folgende Seiten könnten hilfreiche Informationen für Sie bereithalten, wenn Sie sich bei einem der Dienste anmelden möchten.

PS. Denken Sie auch daran, dass Sie die Kommentarfunktion für Fragen und zum Austausch nutzen können. Ebenso können Sie natürlich in den Blogs der anderen Teilnehmer schmökern und kommentieren.

Und falls Sie in Zeitbedrängnis kommen, können Sie sich selbstverständlich auch melden. Es ist jederzeit möglich eine Pause oder ein weiteres freiwilliges Intermezzo einzuschieben. Melden Sie sich einfach in den Kommentaren.

(Dieser Beitrag ist ein Remix aus Lektion 09 des Kurses Netz Erfahren.)

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Lektion 8: Weblogs suchen und finden


Da Sie jetzt schon eine Weile Weblogeinträge schreiben oder die Blogs der anderen Teilnehmer lesen, haben Sie es wahrscheinlich festgestellt: Sie sind mit und in Ihrem Blog nicht allein. Da draußen gibt es eine schier unendliche Masse an anderen Bloggern. Und durch Kommentare, Verlinkungen in Artikeln oder speziellen Linklisten – sogenannte Blogrolls – entstehen Verknüpfungen. Der durch diese Verknüpfung entstehende Raum ist die Blogosphäre.

Wie groß ist die Blogosphäre?

Anzahl Blogs weltweit 2006 bis 2011

Anzahl Blogs weltweit 2006 bis 2011

Nach Zahlen von Nielsen aus dem März 2012 existierten 2011 um die 173 Millionen Blogs (Quelle: Statista). Doch wenn Sie sich heutzutage den Webloghoster WordPress.com ansehen, bei dem über 73,7 Millionen Blogs registriert sind, und Tumblr mit  über 163 Millionen Blogs, können Sie sich denken, dass die Zahl sicherlich um einiges gestiegen ist. So gibt es von googles Blogdienst Blogger.com keine konkreten Zahlen und auch die selbstgehosteten WordPress-Blogs sind nicht mit eingerechnet. Abgesehen davon ist es ein fließender Übergang zwischen Weblogs und anderen sozialen Medien, z.B. dem Microblogging-Tool Twitter.

Das Blogs so gerne genutzt werden kommt nicht von ungefähr. Sie haben selbst gesehen, wie einfach das Schreiben in Weblogs ist. Deshalb nutzen auch immer mehr Firmen und Organisationen – und auch Bibliotheken – diese Publikationsform, auch wenn nebenher eine „normale“ Website existiert.

Wie wird das eigene Weblog Teil der Blogosphäre?

Ihr Weblog wird früher oder später von Twingly, Google und diversen anderen Suchmaschinen erfasst. Wie lange dies dauert, ist ein wenig davon abhängig, wie häufig Ihr Blog in anderen Blogs und sozialen Medien auftaucht und ob ein Suchmaschinen-Bot sich gerade in der richtigen Ecke des Netzes aufhält. Sollten Sie bei WordPress in den „Einstellungen“ unter „Lesen“ die Option „Suchmaschinen daran hindern, diese Seite zu indexieren“ ausgewählt haben, wird Ihr Weblog nicht im Suchmaschinenindex auftauchen.

Tags und Weblog-Suchmaschinen?!

Einige Weblog-Suchmaschinen werten bei der Suche speziell die für Blogbeiträge vergebenen Tags aus (wenn Sie für Ihr Weblog nicht den Besuch von Suchmaschinen ausschließen). Je nachdem, wie individuell ihre Tags sind, können so ganz gute Treffer erzielt werden. „18Dinge“ können natürlich auch in anderen Zusammenhängen als Tag genutzt werden, aber eine Suche auf Twingly, in der Google Blogsuche und bei IceRocket erzielt ganz gute Ergebnisse. Sie können es auch gern mit dem Tag „netzerfahren„, aus dem Online-Kurs „Netz erfahren – Netzerfahren“ versuchen.

Natürlich, eigentlich überflüssig zu erwähnen, können Sie auch Ihre Suchabfragen auch als RSS-Feeds abonnieren.

Entdeckungsressourcen:

Aufgaben:

  1. Schauen Sie sich die Google Blogsuche, Twingly (die „Blog Search“ finden Sie oben links) und Icerocket an und suchen Sie z.B. nach dem Tag “18Dinge” oder wählen Sie einen anderen Suchbegriff.
  2. Fallen Ihnen die Unterschiede in den Ergebnissen auf? Welche Suchmaschine gefällt Ihnen am Besten?
  3. Suchen Sie nach Blogs zu einem Fachgebiet ihrer Wahl. Existiert dazu etwas?
  4. Natürlich können Sie auch eine beliebige Suchmaschine benutzen und dort nach Blogs suchen. Geben Sie z.B. die Begriffe Weblog + Urheberrecht + Bibliothek ein.
  5. Schreiben Sie einen Blog-Artikel, in dem Sie andere Blogs vorstellen, welche Sie entdeckt haben und gut finden.

So richtig viel ist das aber nicht!

Dies kommt Ihnen vielleicht bei der Suche in den Kopf. Wenn es zu wenig Inhalt zu einem Tag gibt, scheinen die Inhalte für die Suchmaschinen-Algorithmen an Relevanz zu verlieren. Der Suchmaschinen-Bot – der das Netz nach neuen Inhalten absuchen soll – schaut sich dann nach vermeintlich Wichtigerem (also häufiger vorkommenden oder bei „Leitmedien“ verlinkten Dingen) um. Bei anderen Begriffen muss zwischen irrelevanten Artikeln und sinnvollen Ergebnissen unterschieden werden. Aufmerksamkeit ist wichtig und eine große Menge an Internetnutzern versucht durch Optimierung ihre eigenen Seiten für die Suchmaschinen relevanter erscheinen zu lassen (durch die sogenannte Search Engine Optimization aka. SEO). Umso wichtiger ist es deswegen, alternative Wege zu kennen, um auf qualitativ hochwertigere Inhalte zu stoßen. Wie schon bei Twitter, wo Sie nachsehen können wem der folgt, den Sie interessant finden, können Sie auch im Weblog den Links folgen, die ein von Ihnen geschätzter Blogger auf seiner Seite listet, z.B. in der oben bereits erwähnten Blogroll. Bei WordPress können Sie z.B. automatisch eine Linkliste der beobachteten Blogs anzeigen lassen (Design » Widgets: „Abonnierte Blogs“ in die Seitenleiste ziehen).

Kontroverses zum Schluss …

Seit dem dieser Kurs das erste Mal durchgeführt wurde, hat sich eine Menge verändert. Damals war Technorati die Blogsuche. Heute ist der Dienst nicht mehr wirklich gut nutzbar, deswegen haben wir ihn hier auch nicht mehr eingeführt. Viele Blogsuchmaschinen gingen ein oder wurden in Social Media Monitoring Services integriert. Doch Inhalte sind in Bewegung und neugierige Menschen machen sich auf, die Informationen, die im Netz liegen zu analysieren und aus den Massen an Daten einen Mehrwert zu generieren (Vielleicht haben Sie das Stichwort BigData schon mal gehört? Ein Artikel und ein Video dazu.). Auf der einen Seite steht eine Kommerzialisierung, Automatisierung und „die dunkle Seite der Macht“ auf der anderen Seite großartige Möglichkeiten. Suchen und Finden ist eine Herausforderung. Wie können wir als Bibliothekare und Informationswissenschaftler helfen, dass z.B. Wissenschaftsblogs gefunden werden? Können wir helfen, die Vernetzung zwischen Wissenschaftlern – die Vernetzung in unserer eigenen Disziplin (z.B. mit Projekten wie „Libworld. Biblioblogs global.“ , LIBREAS 10/11)  zu unterstützen?

(Dieser Beitrag ist ein Remix aus Lektion 08 des Kurses Netz Erfahren.)

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