Lektion 18: Social Reading


Ein schönes Buch, ein gemütliches Plätzchen und schon lässt es sich wunderbar schmökern. Was ist aber, wenn Sie sich über Ihr Lieblingsbuch mit anderen Menschen austauschen wollen? Klar dafür gibt es Buchclubs, aber auch im Internet kann ein Austausch über die Lektüre stattfinden. Mobile Endgeräte und Social Media bieten zahlreiche Möglichkeiten. Auf geht’s also zur letzten Lektion unseres „18 Dinge“ Kurses. In dieser Woche werden wir uns mit dem Thema „Social Reading“ befassen.

Zur Einstimmung gibt es ein etwas längeres (9:44 Minuten), aber sehenswertes Video über „Social Reading“. Angefertigt wurde es vom Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Von Blogs und Online-Communities

„Social Reading“ kann in unterschiedlichen Formen stattfinden. Es gibt Plattformen, auf denen können Nutzer Bücher, die sie gerade lesen oder schon gelesen haben, sammeln und für andere sichtbar machen. Fast immer können auf diesen Plattformen Rezensionen und Empfehlungen abgegeben werden. Im Netz gibt es viele Blogs, in denen Rezensionen verfasst, Bücher bewertet und empfohlen werden. Es gibt Videos mit mehr oder weniger ausführlichen Buchbesprechungen. E-Book-Reader verfügen teilweise über Anbindungen zu sozialen Netzwerken. Darüber können Textstellen oder Notizen mit Freunden geteilt werden. Reader Apps auf dem Smartphone oder Tablet bieten diese Möglichkeiten ebenso. In vielen Shops und Apps gibt es Bewertungsfunktionen. In den Kommentarfunktionen zu Blogs oder Videos sowie in Sozialen Netzwerken finden allerdings kaum tiefergehende Diskussionen zur Lektüre statt.

Foren und spezielle Online-Portale eigen sich aufgrund ihrer Struktur besser für einen längerfristigen Austausch und umfangreichere Diskussionen. Sie stellen auch die langfristige Auffindbarkeit sicher. Was auf einer Facebook-Seite schnell aus dem Blick gerät, ist in einem Forum auch noch Jahre später zu finden. Während in Online-Communities, wie Goodreads oder LovelyBooks, über alle möglichen Bücher geschrieben werden kann, fokussieren sich Foren meist auf ein Buch oder ein Genre. Als Beispiel sei hier das Forum zur Buchreihe „Das Lied von Eis und Feuer“ genannt. In dem sich seit 2002 mittlerweile ca. 18 400 Mitglieder zur Buchreihe austauschen. Ihre Gedanken, Ideen und Fragen sind in rund 188 320 Beiträgen niedergeschrieben.

Die bereits im Video erwähnte Online-Community „Goodreads“ startete 2007 als Plattform zur Katalogisierung der eigenen Bücher. Eine dieser Plattformen haben Sie bereits in diesem Kurs kennengelernt, erinnern Sie sich noch welche es war? Goodreads wurde in den folgenden Jahren um zahlreiche Funktionen erweitert. So werden ähnliche Bücher empfohlen, Bewertungen und Rezensionen können hinzugefügt werden. Die Nutzer der Plattform können eigene Online-Buchclubs gründen und sich darin austauschen. Auch Autoren können sich auf dieser Plattform aktiv einbringen und z.B. Neuerscheinungen oder Veranstaltungen bewerben, Bücher verschenken etc.
Im Jahr 2013 wurde Goodreads von Amazon gekauft.

Die Plattform LovelyBooks bildet momentan wohl die Größe deutschsprachige Community in diesem Bereich. Auch hier können die Nutzer die gelesenen Bücher sammeln, bewerten und Rezensionen schreiben. Gewinnspiele und Leserunden mit Autoren sind dort ebenfalls zu finden. Zudem tauschen einige Nutzer auch untereinander Bücher aus. Die Leserunden bilden in dieser Community das stärkste „social Reading Element“. Ein Buch kann gemeinsam gelesen und auf unterschiedlichen Plattformen (Smartphone, E-Book-Reader, Blogs, Autorenseiten etc.) kommentiert und diskutiert werden.
LovelyBooks wird von der aboutbooks GmbH betrieben, diese ist ein Tochterunternehmen der Verlagsgruppe Holtzbrinck.

Entdeckungsressourcen

  • Der Artikel „Social Reading – Lesen im digitalen Zeitalter“ auf der Internetseite der Bundeszentrale für Politische Bildung, greift Inhalte des Videos auf, bietet aber auch noch weiterführende Informationen an.
  • Ein Artikel zum Projekt „Social Reading “Der bleiche König” von David Foster Wallace“ und die dazugehörige Plattform.
  • Im Beitrag des Deutschlandradio Kultur „Die Vermessung des Lesens“ werden unterschiedliche Plattformen, wie LovelyBooks oder Sobooks vorgestellt, aber auch Risiken besprochen. Gibt es den gläsernen Leser und werden Bücher bald maßgeschneidert sein?

Aufgaben

  • Schauen Sie sich Goodreads und/oder LovelyBooks an. Was gefällt Ihnen an den Plattformen, was nicht? Nutzen oder kennen Sie vielleicht schon eine Plattform, Forum oder Blog, um sich über Bücher auszutauschen?
  • Fallen Ihnen Einsatzmöglichkeiten in Ihrer Bibliothek für „Online-Buchclubs“ ein?
  • Falls Sie einen E-Book-Reader besitzen, können Sie ja mal nachsehen, ob es eine Anbindung zu einer Social Media Plattform gibt. Könnten Sie Textstellen teilen und eine Diskussion anregen? Haben Sie das vielleicht schon mal gemacht?
  • Welche Risiken und Vorteile sehen Sie im „Social Reading“?

Wie geht es mit den „18 Dingen“ weiter?

In der nächsten Woche erscheint hier zwar keine neue Lektion, dafür aber ein Text, der Ihnen das weitere Vorgehen bezüglich der Teilnahmebestätigungen beschreiben wird. Sie werden noch einige Wochen Zeit haben die Lektionen abschließend zu bearbeiten. Der genaue Zeitraum wird in diesem Beitrag festgelegt. Zudem möchten wir von Ihnen gern ein Feedback zum Kurs erhalten. Schauen Sie also nächste Woche unbedingt nochmal in diesen Blog!

 

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2 Antworten zu Lektion 18: Social Reading

  1. Pingback: Social Reading | digithek blog

  2. Pingback: Leseraustausch im Internet | Monchichi

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