Lektion 11: Mein Büro im Netz


Online-Anwendung – oder neudeutsch Web-App – ist ein schwammiger Begriff, der Übergang zwischen installierten Desktop-Programmen und im Internet liegenden Anwendungen ist  fließend. Mit dem Einzug von Smartphones und Tablets erfuhr die Bedeutung dieser Programme einen weiteren Schub. Mobile Endgeräte verfügen über begrenzten Festplattenspeicher, bieten aber quasi ständig verfügbares Internet. Online-Anwendungen können in diesem Fall sehr hilfreich sein. Wo früher das Programm auf dem Rechner installiert werden musste, benötigt man heute nur einen Account bei der passenden Online-Anwendung.

Kleine Vorgeschichte

Die Verfügbarkeit und Nutzung web-basierter Online-Anwendungen ist in den vergangenen Jahren geradezu explodiert – aus guten Gründen! Diese leistungsfähigen Anwendungen erlauben es dem Nutzer – ohne Installation auf dem jeweiligen PC-Arbeitsplatz – Dokumente über das Internet allein oder gleichzeitig mit anderen Nutzern zu erstellen und/oder zu teilen. Der Zugriff von “überall” auf Dokumente, kreative Produkte oder Arbeitsmaterialien ist genauso ein Argument, wie die Möglichkeit effizient mit anderen zusammen zu arbeiten, ohne unterschiedliche Dokumentversionen austauschen zu müssen. Inzwischen wandern komplette Infrastrukturen ins Netz, Cloud Computing – so der Überbegriff dieses Bereichs – macht’s möglich.

Vorteile

Ein großer Vorteil web-basierter Anwendungen ist, dass Sie sich keine Gedanken über unterschiedliche Software-Versionen und Dateitypen beim Mailversand oder beim Wechsel des PC Gedanken machen müssen. Darüber hinaus vereinfachen sie die Zusammenarbeit. Viele Nutzer können dieselbe Datei bearbeiten und dabei die unterschiedlichen Versionen sichern. Es ist ebenso möglich Dokumente als unterschiedliche Dateitypen zu speichern und umzuwandeln (einschließlich HTML und PDF).

 Office im Web: Google Drive

Das bekannteste, wenn auch nicht das erste Werkzeug dieser Art ist Google Drive. Mit diesem Anwendungspaket versucht Google, den herkömmlichen Office-Anwendungen wie Microsoft Office und OpenOffice.org Konkurrenz zu machen. Momentan werden kostenlose Dienste zum Erstellen und Bearbeiten von Präsentationen, Tabellen und Texten angeboten. Wie bei fast allen Google-Diensten braucht man auch hier einen Google-Account, um diesen Dienst nutzen zu können. Wie Sie dort einen Account einrichten, Texte erstellen und teilen usw. können Sie auf dieser Google-Hilfeseite erfahren.

Alternativen zu Google Drive

  • Jeder Besitzer einer E-Mail-Adresse von Microsoft (z.B. Hotmail oder Live.com) kann kostenlos auf SkyDrive Word-, Excel-, PowerPoint-, OneNote-Dokumente erstellen.
  • Zoho ist ein umfassendes Office-Paket, bietet aber auch noch mehr.
  • ThinkFree, Office-Anwendungen mit Schwerpunkt auf Textverarbeitung

Bildbearbeitung

Photoshop im Netz? Nicht ganz, aber zumindest einen kleinen Ausschnitt bekommt man vom Photoshop-Anbieter Adobe auf der Seite Photoshop Express. Sie erinnern sich an das Bild aus Lektion 3? Dieses wurde mit Pixlr Express erstellt. Ebenfalls gute Ergebnisse können Sie mit Pixenate erreichen.

Die Künstlercommunity DeviantART stellt mit Ihrem Zeichenprogramm muro eine leistungsfähige Online-Applikation zur Verfügung.

Eine Liste mit weiteren web-basierten Bildbearbeitungsprogrammen finden Sie bei Ntt.cc.

Und sonst so?

Mit der Bildbearbeitung ist das Ende der Fahnenstange längst noch nicht erreicht. Sogar Videobearbeitung ist möglich, wie z.B. hier bei Stupeflix oder auch Animoto.

Die Kehrseite der Medaille

Online-Anwendungen haben nicht nur Vorteile. Die wichtigsten Argumente dagegen sollten auf keinen Fall verschwiegen werden:

  • Datenschutz. Geheime Daten sollen auch geheim bleiben. Man sollte sich daher immer bewusst sein, das man für die Benutzung von Online-Anwendungen immer Netzwerke benötigt, die prinzipiell abgehört werden können. Auch Personendaten und sensible Firmeninterna gehören nicht unbedingt in solch eine Online-Anwendung. Manche Firma sieht das anders.
  • Datensicherheit. Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen, dass Googles Serverfarmen morgen abbrennen und sich die Backups anschließend als untauglich erweisen. Ob das Risiko größer ist als bei der zuhause hoffentlich vorhandenen Datensicherungsstrategie? Das muss jeder für sich entscheiden.
  • Das Kleingedruckte. Photoshop Express machte anfangs nicht nur durch seine beeindruckenden Möglichkeiten auf sich aufmerksam, sondern auch durch eine Klausel in den AGB, die Adobe weitreichende Rechte an den bearbeiteten Bildern überschrieb. Adobe machte zwar schnell einen Rückzieher. Man sollte jedoch mindestens die FAQ eines Angebots nach Fallstricken durchsuchen.

Drum prüfe, wer was online findet!

Entdeckungsressourcen:

Aufgaben:

  • Probieren Sie einen oder mehrere der vorgestellten Dienste aus.
  • Schreiben Sie einen Blogbeitrag und teilen Sie uns Ihre Gedanken und Erfahrungen mit.

(Dieser Beitrag ist ein Remix aus Lektion 11 des Kurses Netz Erfahren.)

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3 Antworten zu Lektion 11: Mein Büro im Netz

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