Lektion 9: Tagging und Social Bookmarking


Die Worte „Tag“ oder „Tagging“ sind Ihnen in den vergangenen Lektionen bereits das eine oder andere Mal begegnet. Tagging ist eine offene und informelle Methode, mit der Nutzer Webinhalte (Webseiten, Bilder, Weblogeinträge) durch Schlagwörter miteinander verknüpfen können. Während die bibliothekarische Verschlagwortung strengen Regeln unterworfen ist (z.B. RSWK, Library of Congress Subject Headings), erfolgt Tagging vollkommen unstrukturiert und formfrei. Dadurch können Nutzer beliebige Beziehungen zwischen unterschiedlichen Daten und Objekten herstellen.

Während die oben genannten Regeln für BibliothekarInnen oft sehr wichtig sind, interessiert sich der Nutzer meist nicht so sehr für Systematiken und nutzt in den Katalogen oft nur Stichworte zur Suche. In den letzten Lektionen haben wir bereits einige Seiten kennengelernt, die das Tagging erlauben. Und auch für Ihre Blogbeiträge haben Sie vielleicht schon Tags vergeben. In einigen Lektionen wurde ein gemeinsames Tag (18Dinge) benutzt, um z.B. Fotos zusammenzuführen, die getrennt voneinander hochgeladen wurden. Zusätzlich zum Tagging in Blogs, wollen wir uns diese Woche dem Thema Social Bookmarks („Soziale Lesezeichen“) widmen.

Trotz Übernahmen und damit einhergehenden Problemen sowie Nutzerschwund ist der „größte“ Dienst im Netz vermutlich noch Delicious. Alternative Angebote sind z.B. Diigo oder Pinboard. Besonders erwähnenswert für die deutsche Wissenschaftsszene sind der von dem Fachgebiet Wissensverarbeitung der Universität Kassel entwickelte Social-Bookmarking Dienst Bibsonomy und auch edutags des Deutschen Bildungsservers.

Alle Dienste haben gemeinsam, dass es sich bei Ihnen um Social-Bookmarking-Manager zum Speichern von Lesezeichen und zur Kategorisierung der Lesezeichen mit Hilfe von Tags und Listen handelt. Viele Nutzer sehen die eigentliche Stärke von diesen Diensten jedoch in dem sozialen und netzwerkartigen Charakter: einzelne Nutzer können sehen, mit welchen Tags andere Nutzer ähnliche Links versehen haben und dadurch neue, interessante Webseiten entdecken. Sie können bei den meisten Diensten aber auch die Einstellungen so anpassen, dass die Bookmarks kein anderer zu sehen bekommt, allerdings würde das den Wert stark einschränken, wie Sie hoffentlich merken werden. In der heutigen Entdeckungsaufgabe schauen Sie sich die Dienste an und lernen mehr über soziale Lesezeichen-Manager.

Entdeckungsressourcen:

Schauen Sie sich das Video Social Bookmarking in Plain English an. Das Video erklärt Social Bookmarking am Beispiel Delicious. Das Original ist zwar in englischer Sprache, aber leicht zu verstehen. Eine Version mit deutschen Untertiteln gibt es auch, zum Beispiel auf der Seite der Bibliothek der FH Hannover.

Der Social Bookmarking Dienst Diigo, bietet Ihnen noch weitere Funktionen. Sie können z.B. öffentliche oder private Notizzettel anbringen und relevante Textstellen farbig markieren.

Lektion 9 Diigo Funktionen

Lektion 9 Diigo Funktionen

Die markierten Textteile können Sie mit anderen Diigo-Nutzern oder per Mail bzw. sozialer Netzwerke mit andern Menschen teilen.

Lektion 9 Diigo Anzeige Textstellen

Lektion 9 Diigo Anzeige Textstellen

Auf folgender Internetseite finden Sie einige Videos und Anleitungen.

Sie können Ihre Bookmarks natürlich auch als RSS-Feed abonnieren. Bei Diigo sogar getrennt nach einzelnen Tags oder Listen. So stellen wir z.B. per RSS-Feed abonniert die aktuell abgelegten Bookmarks mit den Tags „E-Book“ und „Statistiken“ im Wiki des Onleiheverbundes NBib24 dar.

Lektion 9 Bookmarks als RSS im Wiki

Lektion 9 Bookmarks als RSS im Wiki

Bookmarks können Sie auch mit Ihrem Blog verbinden. Hier sehen Sie z.B. die Anzeige der letzten 3 abgespeicherten Bookmarks im Blog der Büchereizentrale. Dies wird mit einem Widget umgesetzt.

Lektion 9 Bookmarks im Blog

Lektion 9 Bookmarks im Blog

Aufgabe:

Schreiben Sie einen Weblogeintrag über Ihre Erfahrungen und Gedanken. Können Sie sich Bookmarks als Angebot für Ihre Bibliotheksnutzer vorstellen? Welche Inhalte könnten Sie zusammenstellen? Könnte es sinnvoll sein zusammen mit den Nutzern Bookmarks abzulegen? Oder einfach nur als Möglichkeit, Lesezeichen problemlos zu speichern und von überall abzurufen? Werden Bookmarks überhaupt benötigt? Schließlich gibt es doch zahlreiche Suchmaschinen und soziale Netzwerke?

Optional, aber empfehlenswert:

Richten Sie sich bei einem der Dienste einen eigenen Account ein und erkunden Sie, wie dieser Social Bookmark-Manager die traditionelle Lesezeichen-Liste ersetzen könnte.

Entdeckungshilfen:

Folgende Seiten könnten hilfreiche Informationen für Sie bereithalten, wenn Sie sich bei einem der Dienste anmelden möchten.

PS. Denken Sie auch daran, dass Sie die Kommentarfunktion für Fragen und zum Austausch nutzen können. Ebenso können Sie natürlich in den Blogs der anderen Teilnehmer schmökern und kommentieren.

Und falls Sie in Zeitbedrängnis kommen, können Sie sich selbstverständlich auch melden. Es ist jederzeit möglich eine Pause oder ein weiteres freiwilliges Intermezzo einzuschieben. Melden Sie sich einfach in den Kommentaren.

(Dieser Beitrag ist ein Remix aus Lektion 09 des Kurses Netz Erfahren.)

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13 Antworten zu Lektion 9: Tagging und Social Bookmarking

  1. Pingback: Das moderne Lesezeichen!? | Monchichi

  2. Pingback: Gelesen in Biblioblogs (3.KW’14) | Lesewolke

  3. Pingback: Social Bookmarking | Snow White's Blog

  4. hannatucher schreibt:

    Hallo, guten Tag Büchereizentrale, aus Zeitmangel bleibe ich bei diesem Kurs immer 1-2 Lektionen im Rückstand. Ich mache diesen Kurs nur in meiner Freizeit; am Arbeitsplatz ist dies wegen der großen Arbeitsverdichtung (wohl kein Ausnahmefall in öffentlichen Bibliotheken) nicht möglich. Aber die Kursinhalte sind auch für mich persönlich eine Bereicherung. Insofern ist das erstmal in Ordnung. – Social Bookmarking finde ich auf den ersten Blick für eine Vielzahl von
    Bibliotheksanwendungen interessant. Ich denke zunächst mal an gut strukturierte (besser geordnete) Linklisten für die Webseite einer Bibliothek, z. B. Online-Nachschlagewerke, Webseiten für Kinder oder Recherchetipps für Wissenschaftler unter den Kunden. Aber auch für die büchereiinterne Information kann ich mir zentrale strukturierte Bookmarkings vorstellen. Häufig versucht jede einzelne Mitarbeiterin mühsam, die wichtigsten Links irgendwo abzuspeichern und hat doch nie alles Wichtige beisammen. – Ich habe bei Delicious mal als Test eine Sammlung von 6 Links unter dem Bundle „Internetseiten für Kinder“
    zusammengestellt und wollte diese auf meinem Block anzeigen. Das gelingt mir aber nicht. Ich weiß, dass ich es über Design / Widgets machen muss. Aber es klappt nicht. Das Ergebnis meiner Bemühungen ist, dass sich meine Blogroll verdreifacht hat. Die Blogroll-Links waren aber gar nicht gemeint. Ich wollte von meinem Blog aus auch nicht auf die entsprechende Linksammlung bei Delicious geführt werden, sondern die Links sollten direkt auf der Blogseite anklickbar sein und unter dem Bundle aufgeführt sein. Habt ihr da vielleicht einen Tipp ?
    Viele Grüße von hannatucher.

    • buechereizentrale schreibt:

      Hallo Hannatucher,

      juhu mal wieder eine Frage. ;o
      Also gleich dran gemacht und ebenfalls getestet. Unter „Design“ und „Widgets“ ist es schon mal komplett richtig. Dort habe ich das Widget „del.icio.us“ ausgewählt und in den Widgetbereich eingefügt, in der er angezeigt werden soll. Im „18 Dinge“ Blog ist das der „erste Widgetbereich“, das ist aber abhängig vom Blogdesign. In das Widget muss dann der Delicious Benutzername eingegeben werden, die Anzahl der angezeigten Bookmarks kann bestimmt werden. Und, wenn unten Tags eingetragen werden, dann werden auch nur diese Bookmarks angezeigt. Der Screenshot macht das hoffentlich deutlich.
      Lektion 11 Delicious Widget
      Hier das Bild noch als Link zur größeren Ansicht.

      Im „18 Dinge“ Blog werden die Delicious Bookmarks in der rechten Navigation ganz unten angezeigt.
      Lektion 11 Delicious Anzeige
      Hier das Bild noch als Link zur größeren Ansicht.
      Falls das nicht hilft bitte melden.

      Und ja der zeitliche Aspekt zu diesem Kurs ist schwierig. Wir haben vorab auch viele Fragen zur benötigten Zeit erhalten. Das ist nicht ganz so leicht zu beantworten, da es auch stark von Vorkenntnissen und der eigenen Arbeitsweise abhängt. Thematisch ist der Kurs natürlich sehr umfassend, dafür fallen Reisezeiten (Reisekosten) weg und jeder Teilnehmer kann selbst bestimmen wann er eine Lektion bearbeitet und wann er eine Pause braucht. Letztendlich können wir nur das Angebot machen. Wann, wie und in welcher Form sich Bibliotheksmitarbeiter zu diesen Themen fortbilden, muss dann die Bibliotheksleitung bzw. der einzelne Mitarbeiter für sich entscheiden.
      Es besteht aber nach wie vor die Möglichkeit eine Woche Pause einzulegen. Wir benötigen nur entsprechende Rückmeldungen der Teilnehmer.

      • hannatucher schreibt:

        Hallo, guten Tag Büchereizentrale,
        vielen Dank für die präzisen Tipps. Ich meine, alle genauso gemacht zu haben. Aber es klappt nicht: Es wird nur der Widget-Titel auf meinem Blog angezeigt, nicht die Links,
        die ja über die Tags oder über den/das Bundle von Delicious importiert und angezeigt werden sollen. Ich habe den Eindruck, dass es ein technisches Problem ist. Beim Speichern (Button neben „Visibility“) habe ich schon den Eindruck, dass nicht wirklich gespeichert wird. Allerdings: Ändere ich den Widget-Titel, dann wird die Änderung angezeigt.
        Jedenfalls, gebe ich jetzt den Plan lieber auf und mache bei der nächsten Lektion weiter.
        Viele Grüße von HannaTucher

        • buechereizentrale schreibt:

          Hallo,

          manchmal kann das auch am ausgewählten „Theme“ (Blogdesign) liegen, allerdings ergaben meine Tests mit dem „Twenty Twelve Theme“ da auch keine Probleme.

          Ich könnte mir noch zwei Dinge vorstellen. Zum einen kann man bei den Einstellungsmöglichkeiten im Widget bei „Visibility“ Bedingungen für die Anzeige angeben. Evtl. ist da eine Bedingung eingerichtet, die die Anzeige verhindert.

          Vielleicht liegt das Problem auch bei Delicious, bzw. der Einstellung der einzelnen Bookmarks. Die Bookmarks der BZ sind alle auf „public“ eingestellt, die können aber auch als „private“ abgelegt werden. Vielleicht sind Ihre Bookmarks alle als „private“ gespeichert und werden dadurch nicht angezeigt?

    • Melanie Klöß schreibt:

      Salut,
      durch Zufall bin ich über das ungelöste Problem gestolpert und habe gesehen, dass der eingetragene Nutzername ein @ beinhaltet. Ohne das @ müsste es funktionieren. 😉
      Liebe Grüße in den schönen Norden!

  5. hannatucher schreibt:

    Kommentar zu Lektion 9 + 10
    Hallo, Büchereizentrale, danke für die weiteren Tipps vom 30.01. Das Ziel, meine Delicious-Bookmarks im Web-Log anzuzeigen, konnte ich leider nicht erreichen. So erging es mir auch mit meinem LibraryThing-Widget. Darüber habe ich einen Blog-Beitrag geschrieben. Ich glaube, es sprengt den Rahmen dieses Kurses, diese Probleme zu lösen. Aber jetzt bin ich ganz angetan von der Idee (angeregt durch LT), Cover-Carousels für FerienLeseClub-Kinder zu erstellen – siehe meinen Blogbeitrag. Wenn Sie da noch Tipps für mich hätten, wäre das toll.
    Die letzte Kurs-Pause war auch gut für mich. Jetzt bin ich wieder 1,5 Lektionen zurück – das ist ja bei mir Standard. Freundliche Grüße von hannatucher

  6. Pingback: Delicious =) | StefTscho

  7. Pingback: Delicious =) | Bibliotheken und Bibliothekarisches...und ich =)

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